Die Frage des Mediums

Mit welchem Medium erzähle ich meine Geschichte am besten?

In der Regel stellt sich Autoren die Frage nicht oder nur peripher, falls man sich wegen der Länge des Textes unsicher ist. Wird es ein Roman oder doch eher eine Novelle oder Kurzgeschichte? Eignet sich die Geschichte überhaupt, auf ein ganzes Buch gestreckt zu werden oder passiert zu viel, als dass man es in einer Kurzgeschichte unterbringen könnte?

Kommt der zeichnerische Aspekt hinzu, haben wir deutlich mehr Möglichkeiten: Illustrierte Geschichte, Graphic Novel, Comic, jeweils kurz oder lang?

Bei meinem Projekt „Sileons Pendel“ hatte ich vor Kurzem eine schmerzhafte aber dennoch sinnige Eingebung:
Die als Roman-Trilogie geplante Reihe tat sich von Beginn man mit dem langen Format schwer. Ich aber wollte das nicht wahr haben und habe mich krampfartig abgemüht, Band 1 zu einem Drittel fertig zu schreiben. Als ich mich neulich wieder an das Projekt setzen musste (weil mit Spaß hatte das Ganze schon längst nichts mehr zu tun), fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

Warum einen Roman draus machen?
Ja, es entspricht den Erwartungen und dem Klischee, aber die Kapitel in „Sileons Pendel“ sind ziemlich in sich geschlossen und eher zyklisch aufgebaut. Ein anderes, kürzeres Medium wäre viel besser geeignet, den Aufbau der Kapitel und die Handlungsabläufe wiederzugeben.
Und all die Zeichnungen und die kleinen Cartoons, die ich zwischendurch anfertige, einfach weil es mir Spaß macht zuzusehen, wie die Figuren miteinander interagieren – die wären in einem klassischen Roman nur ein Fremdkörper. Für eine Graphic Novel ist das Konzept aber auch nicht geeignet, denn die Story ist primär textbasiert.

Die Lösung: Kurze Hefte von ca. 80-100 Seiten und grafischen Elementen, die über die oblgatorische Fantasy-Landkarte hinausgehen.

Frei nach dem Motto „Was nicht passt, wird passend gemacht“ erstelle ich frei ein eigenes Konzept, das funktioniert, weil die vorgegebenen Schubladen nur ungenügend passen. Ich bin gespannt, was daraus wird.

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