Zwei Dinge zu Storytelling – Update

Die kleine Abstinenz tut mir sehr leid. Kurz nach meinem letzten Blogbeitrag hat ein Plugin die Seite zerschossen. Strato reagierte erst nicht auf meine Anfrage, über Facebook hingegen bekam ich dann allerdings extrem gutes Feedback. Daumen hoch dafür! 😉 Insgesamt war die Seite für zwei Wochen nicht erreichbar – aber mein Jott, wat sollet.

In der Zwischenzeit hatte ich alle Hände voll zu tun, das Feedback der Testleser einzuarbeiten. Diese Woche ging der Text raus an meine liebe Freundin Nathalie Wojta, um mir ein abschließendes Feedback zu geben, bevor der Korrektor sich daran setzt. Gespannt warte ich Nathalies Feedback ab. 🙂 

Aktuell arbeite ich an den Illustrationen, von denen es doch deutlich mehr geworden sind als gedacht. Eigentlich hatte ich 1 bis 2 Bilder pro Kapitel geplant, es sind aber deutlich mehr. Eventuell fliegen auch noch einige raus. ^^

Als nächstes muss ich mich mit Textsatz befassen – zugegeben nicht unbedingt eines meiner Lieblingsthemen. Hoffentlich rentiert sich der Illustrator-Kurs an der VHS jetzt. 😉

Hier schon mal ein SneakPeak auf das Cover von Sileon!

Cover Sileon Episode 1 Zum Achsbruch

Zwei Dinge zu Storytelling

Der folgende Blogbeitrag ist von 2014. Damals habe ich recht aktiv bei einer Initiative mitgewirkt, die sich für das Vollenden einer TV-Serie eingesetzt hat – denn wo kämen wir hin, wenn einmal begonnene Storyarchs nicht beendet werden?

In diesem Beitrag geht es um zwei verschiedene Themen, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben,  thematisch jedoch sehr eng beieinander liegen. Zum einen geht es um Schreibanfänge/Textanfänge, zum anderen um einen Appell in „eigener“ Sache.

Zunächst möchte ich euch einen köstlichen Beitrag im Literaturcafé über die fünf peinlichsten Romananfänge empfehlen. Besonders amüsant war für mich, dass bei mir Platz 1-3 gleich mehrfach zum Einsatz gekommen sind – als blutiger Anfänger mit 12-14 Jahren. Ich erinnere mich mit einer Mischung aus Nostalgie und Scham an diese „Machwerke“; diese verregneten Tage, an denen man spontan den Entschluss fasst: „Ich schreibe jetzt ein Buch!“, ohne zu wissen, worum es gehen soll, wer die Figuren sind usw. Natürlich schafften die meisten dieser „Roman-Projekte“ es nie über das 5-Seiten-Limit hinaus.

Weil mir diese „peinlichen“ Anfänge so oft passiert sind, fallen sie mir bei anderen Hobby-Autoren sehr schnell auf. Auf Nachfrage kommt dann meistens tatsächlich raus: Ja, man hat spontan angefangen zu schreiben und nein, man hat die Geschichte noch nicht komplett durchkonzipiert. Nun, es gibt tatsächlich Menschen, die können einfach ein Buch am Stück runterschreiben, aber ich halte diese Menschen für die Ausnahme. Bevor man mit der endgültigen Niederschrift beginnt, sollte man sich zunächst mal um vernünftige Charaktere und einen unterhaltsamen Plot kümmern. Dabei wird natürlich schon geschrieben, Szenen werden konzipiert oder Dialoge skizziert. Wie viel davon allerdings im endgültigen Buch landet, steht auf einem anderen Blatt.

Ich kann den obigen Artikel nur jedem ans Herz legen, egal ob man nun gerade die ersten Schritte beim Schreiben wagt, oder schon auf sichereren Füßen steht. 😀

Kommen wir nun zu dem Appell. Das klingt jetzt vielleicht etwas blöd….

Ich bin ein TV-Kind. Bis heute sind diese kurzen 3 Jahre von 1996-1998 eine magische Zeit voll absurder, kreativer, ungewöhnlicher und immer anspruchsvoller Kinderunterhaltung. Fantasievolle Kleinode wie „Pete & Pete“, „Aaaaah Monster!“, „Die Rugrats“ oder „Rockos modernes Leben“ durften wir erleben. Und eine Serie, die es mir damals wie heute angetan hat: „Hey Arnold!“

Damals habe ich die Serie geliebt, ohne genau zu wissen, warum eigentlich. Ich habe damals sogar Briefe und Mails an einige TV-Sender geschickt, mit der Bitte, diese Serie wieder ins Programm aufzunehmen, nachdem Nickelodeon Deutschland den Sendebetrieb eingestellt hatte. Heute bin ich, da ich nun selbst etwas Erfahrung mit Schreiben und Character Development habe, einfach nur erstaunt von der Qualität und Tiefgründigkeit der Serie.

Es ist wahrlich gutes Schreiben, wenn man etwas so ernstes wie Alkoholismus so „kindgerecht“ in Bilder fassen kann, dass es einem unerfahrenen Kind gar nicht auffällt. Es ist ein wahres Fest, so smarte Unterhaltung für Kinder zu sehen. Nicht mal die meisten heutigen Serien für Erwachsene haben dieses intellektuelle Niveau. Nun gibt es einen wundervollen kleinen Blog, der jede einzelne Episode von „Hey Arnold!“ genau unter die Lupe nimmt. Die Sprache ist englisch, aber vielleicht interessiert sich der ein oder andere ja doch genug, um sich dort mal umzusehen.

Auch wenn „Hey Arnold!“ meiner Meinung nach großartiges Storytelling aufweist, gibt es diesbezüglich dennoch ein großes Problem. Am Ende der Serie wurde der Grundstein für einen Film gelegt – nicht der Film, der dann tatsächlich produziert wurde. Der war ursprünglich als TV-Special gedacht und war dementsprechend auch ein großer Flop im Kino, weswegen der eigentliche Film, kurz „The Jungle Movie“, nicht mehr produziert wurde. Und genau hier liegt das Problem. Die Serie, die, wenn man genau hinsieht, einen einzigen großen Spannungsbogen aufweist, hätte mit dem „Jungle Movie“ ihren perfekten Abschluss bekommen.

Nichts ist so schlimm wie eine unvollendete Geschichte. Das denken außer mir auch noch tausende andere Fans weltweit. Deswegen gibt es bereits die zweite Petition an Nickelodeon. Die erste mit 15.000 Unterschriften wurde bereits offiziell überreicht. Die zweite Petition soll den Wunsch des Publikums nun verdeutlichen. 

Back in 2017.

 

 

In 29 Tagen erscheint der Film, auf den wir alle so lange gewartet haben. Ich finde es irre, dass etwas so banales wie die Geschichte einer Cartoonserie trotzdem so viele Menschen zusammenbringen und aktiv werden lassen kann. Und vielleicht ist es gar nicht so banal, sondern einfach nur extrem gutes Storytelling.

Ich würde mal sagen: Satz & Sieg im Namen des Storytelling! 😀

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