Lektorat – 3 Gründe, warum es so wichtig ist

„Lektorat … das kostet doch nur!“

„Mein Text ist doch super, was soll der Lektor da noch machen?“

„Die Fehler stören meine Leser nicht!“

So oder so ähnlich lauten wohl die Argumente der Menschen, deren Texte ich zuweilen auf Cons oder als E-Book erstehe. Jedes mal ist es das gleiche Problem: Ich lasse mich von einem professionellen Äußeren, einem tollen Cover oder einem fehlerfreien Klappentext täuschen.

„Warum sollte ich in ein Lektorat investieren?“

Manche Autoren verzichten aus unerfindlichen Gründen auf einen Lektor. Darum möchte ich hier einmal Gründe aufführen, warum das Lektorat eines Textes so immens wichtig ist.

Lektorat am Teich

1. Sorgfalt und Relevanz

Wie oben beschrieben, reicht es nicht aus, wenn das Cover und die Illustrationen auf einem künstlerisch hohen Niveau sind, wenn der Text voller Fehler und schlecht geschrieben ist. Im Gegenteil ist es in dem Fall sogar besonders ägerlich, v.a. wenn Autor und Zeichner die gleiche Person sind. Ein vernünftiges Korrektorat, das sämtliche Tipp-, Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler behebt, ist das Mindeste. Alles andere ist dem Leser und dem Text gegenüber respektlos. Warum weniger Energie in den Text investieren als in die Illustrationen?

Man versetze sich in die Lage des Lesers, der so einen mit Fehlern übersähten Text lesen muss. Ihm wird suggeriert: Der Autor hält seinen Text selbst für zu unbedeutend, als dass er sich die Zeit nehmen würde, ihn ordentlich zu überarbeiten. Und wenn selbst dem Autor der eigene Text nichts bedeutet, warum sollte er dem Leser wichtig sein?

Es mag sein, dass es Leser gibt, die Texte wie Fastfood konsumieren und Fehler nicht bemerken, oder denen sie egal sind. Du erschließt dir aber größere Zielgruppen nur dann, wenn du so schreibst, dass nicht jemand den Text, genervt von all den Fehlern, abbricht. Niemand hat sich schließlich je über zu wenige Fehler in einem Text beschwert. 😉

2. Sinnvoll Kürzen

Selbst wenn du stilistisch einwandfrei und super spannend schreibst, kann ein Text immer noch optimiert werden. Das zu erkennen verlangt eine hohe Sprachkompetenz. Wenn du Glück hast, hast du begabte Leser im Freundeskreis, die deinen Text prüfen und dir Tipps geben können. Auf der sicheren Seite bist du aber nur mit einem erfahrenen Lektor, der sich hauptberuflich mit der Qualität von Texten auseinandersetzt.

Beispielsweise kann es Längen im Text geben, Szenen, die nirgendwo hin führen, oder Figuren, die nichts beitragen und sich verlustfrei streichen lassen. Der Lektor kann helfen, die Story gezielt und sinnvoll zu entschlacken, weil er unvoreingenommen bewerten kann, wie notwendig einzelne Szenen für den Plot sind.

3. Das richtige Verständnis sicherstellen

Jeder liest einen Text anders, weil jeder von uns andere biographische Hintergrunderfahrungen hat. So kann es passieren, dass dein Text in einer Weise aufgefasst wird, die du nie beabsichtigt hat. Ist der Text z.B. unpräzise oder schwammig formuliert, lässt er Spielraum für ungewollte Interpretation. Der Lektor hilft dir, genau das auszudrücken, was du sagen willst, damit es zwischen dir und dem Leser keine Missverständnisse gibt.

Der Text kann aber auch gut geschrieben sein, trotzdem kommen manche Sachverhalte möglicherweise falsch beim Leser an. Du wolltest z.B. eine unabhängige und starke Heldin kreieren, hast ihr aber einen Macho-Gefährten zur Seite gestellt, der sie ständig unterbuttert, was die Integrität deiner Heldin unglaubwürdig erscheinen lässt. Mit einem Lektor kannst du solche Konstellationen auf einer Metaebene herausarbeiten, damit der Text so rüberkommt, wie du es dir vorgestellt hast. Dadurch verhinderst du, dass eine ungewollte, unterschwellige Bedeutung mitgetragen wird, die gar nicht beabsichtigt war.

Es dem Lektor einfach machen

Ihr könnt beim Lektorat allerdings Geld sparen, indem ihr zuvor so viele Fehler wie möglich selbst behebt. Worauf genau ihr dabei achten solltet, habe ich hier und hier in separaten Beiträgen beschrieben.

Gerne mögen, teilen und stalken:
Niemand hat eine Bewertung abgegeben. 🙁

Wie hat dir der Beitrag gefallen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.